Stadtteil-Report von Troisdorf Teil 2 Bergheim
Die glorreichen Zwölf
- Troisdorf als größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis besteht aus insgesamt 12 Ortsteilen.
- Rautenberg Media als Verlag und der Rundblick Troisdorf stellen 2026 jeden Ortsteil separat vor.
- Der Autor Werner Müller schlägt beim Text einen Bogen aus der Entstehungs-Geschichte der früher meist selbstständigen Orte über die Gegenwart bis hin zu aktuellen Daten und Fakten des jeweiligen Stadtteils.
- Die Sonderteile sind von Januar 2026 an jeden Monat im Rundblick Troisdorf veröffentlicht worden. Für Leserinnen und Leser, die sich für den jeweiligen Ortsteil oder für alle interessieren, folgen hier Text und eine größere Anzahl von Fotos.
- Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen der Rundblick Troisdorf und Autor Werner Müller
Seit über 1000 Jahren mit allen Wassern vertraut
Rhein und Sieg in der Nähe, Fischerei seit 987, seit 1969 Stadtteil von Troisdorf:
die Bergheimer, salopp die »Berchemer«, im Wandel der Zeit
Eine Stadtteil-Story von Rautenberg Media und Autor Werner Müller
Wer A sagt, muss auch B sagen. Nach dem über 700 Jahre alten Altenrath folgt im Rundblick-Stadtteil-Report nun Bergheim. Die Nummer 2 in der Story-Folge ist allerdings in der Entstehungs-Historie nun die Nummer 1. Denn schon vor über 1000 Jahren wurde die Basis für Bergheim in Form der Fischerei-Bruderschaft gelegt. Und das war ab 1987 Anlass genug, einige Feiern zu veranstalten. Doch davon später mehr.
Bergheim heute ist nach dem 1969 erfolgten Anschluß an die Stadt Troisdorf gleich dreifach interessant. Mein Eindruck nach Besuchen und vielen Gesprächen: Alt-Bergheim prägt das traditionelle Ortsbild, Neu-Bergheim interpretiert Wohnqualität auf moderne Art und Gewerbe- und Industrie-Bergheim sorgt für attraktive Arbeitsplätze in interessanten Betrieben.
Als südlichster Ortsteil der 80.000 Einwohner-Stadt Troisdorf unterstreicht Bergheim mit den Siegauen, dem Zugang zum Rhein und dem historischen Ortskern den Charme des alten Fischerdorfs. Im Gegensatz dazu sorgen die vielen Neubauten im sogenannten Neu-Bergheim - etwa Am Krausgarten und an der Helene-Weber-Straße - für eine rasante Zunahme der Bewohnerzahl auf nunmehr 5617 und eine für Außenstehende kaum zu durchschauende Anzahl von verkehrsberuhigten Anwohnerstraßen.
Und im Gewerbegebiet Bergheim mit der technisch orientierten Amperestraße haben sich seit Mitte der 70iger Jahre zahlreiche Betriebe nieder gelassen. Einer der ersten war 1978 Karosserie und Lack Bauer. Robert Bauer kam aus Niederkassel und baute an der Glockenstraße 88 den stattlichen Betrieb für Karosseriearbeiten und Lackierung an Automobilen. Nach Dirk Bauer führt seit Herbst 2024 Reneé Bauer in der dritten Generation als Lackier- und Karosseriebaumeisterin den Betrieb mit 11 Mitarbeitern.
Das Stadtgebiet von Troisdorf wirkt wie ein Puzzlespiel aus 12 Einzelteilen. Bergheim hat im Umriss selbst die Form eines gezackten Teils dieses Spiels. Links unten ein Stückchen von Mondorf, rechts ein Stück von Müllekoven - was früher einmal räumlich getrennt war, ist durch die Bebauung der letzten Jahrzehnte ineinander verwoben. Das geht soweit, dass es an der „Grenze“ ein Haus gibt, wo das Wohnzimmer in Bergheim und das Schlafzimmer in Müllekoven steht. Die Müllekovener werden als Krohe tituliert, die Bergheimer als »Frösch«. Liegt ja nahe bei den Siegauen. Das wird auf zwei Plätzen im Ort deutlich: Die Frösche Fritz, Fred und Fridolin »bevölkern« schon länger den Paul-Schürmann-Platz. Seit 2022 verschönern drei weitere, weibliche Frösche den Elly-Heuss-Knapp-Platz. Ortsvorsteher Guido Menzenbach hatte 2020 in Xanten eher zufällig einen Granitfrosch entdeckt, der zu den drei männlichen Fröschen passte. Er fand zwei weitere passende Frösche, die im Dezember 2021 angeliefert aufgestellt wurden. Ihre Namen: Frida, Frederike und Franziska.
Das sich die „Berchemer Frösch“ und die „Müllekovener Krohe“ nicht immer grün waren, versteht sich von selbst. Denn die Bergheimer sind und waren aber schon immer ein spezielles Völkchen. Wer sich in früheren Zeiten als Gast zum Fussball auf dem alten Schlammplatz einfand, bekam schon mal die „gesunde, englische Härte“ der Bergheimer Balltreter zu spüren. Bei Themen, die einen Auftritt im Rathaus verlangten, „untermalten die Berchemer ihre Argumente schon mal mit Pflastersteinen, man hat sich nie etwas gefallen lassen,« erzählt uns ein Insider. Nicht so lustig finden manche Bergheimer, dass auf der Homepage der Stadt Troisdorf die wohl launig gemeinte Charakterisierung „Bergheim ist mit knapp 5700 Einwohnerinnen und Einwohnern im Zentrum ein kleinräumiges Bauern- und Fischerdorf mit den Siegauen als beliebtem Erholungsgebiet“ zu lesen ist. Immerhin ist Bergheim mit 4,27 qkm der fünftgrößte Ortsteil des Troisdorfer „Zwölferclubs“. Und wer von der Rheinstraße Richtung Am Krausacker oder in das Gewerbegebiet an der Glockenstraße abbiegt, sucht das „Kleinräumige“ vergebens.
Allerdings untermalen die über 48 alten, teils unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäuser im „Fischerdorf“-Kern den Eindruck des Kleinräumigen. Wer wie die Busfahrerinnen und -fahrer der RSVG mit der Linie 501 im 20 Minuten-Takt durch die Mondorfer Straße manövriert oder als PKW-Pilot mal durch das Sträßchen „Zum Discholls“ oder den Beginn der Glockenstraße rollt, der spürt die Enge und Vergangenheit von Bergheim. In die wird man besonders beim Anblick der Siegauen, dem Diescholls und dem Schatz der Fischereibruderschaft, dem Aalschokker, zurück versetzt. Waltraud Boss, die Schatzmeisterin der Bruderschaft und des Fördervereins, schaut oft voller Ehrfurcht in die Siegauen, weil dort schon ihre Vorfahren vor vielen Jahrhunderten der Fischerei nachgingen. Bergheim ist nun mal nahe am Wasser gebaut.
In den Siegauen und dem nahen Rhein beginnt die Geschichte von Bergheim. Die 1000-Jahr-Feier der Fischerei-Bruderschaft im Jahr 1987 sagt alles. Die „Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg“ präsentiert sich als eine zunftähnliche Vereinigung, also eine Verbindung von ähnlichem Handwerk. Die Bruderschaft verfügt seit 1039 Jahren über Fischereirechte an der Siegmündung sowie im Rhein. Die im Jahr 987 durch die Äbtissin Adelheid von Villich an die berufsmäßigen Fischer von Bergheim vergebenen Rechte führten zu der Gründung der späteren Bruderschaft und Zunft. Sie gilt als die älteste Gemeinschaft dieser Art in Deutschland.
Das Fischereirecht - und damit auch eine mögliche Mitgliedschaft in der Bruderschaft - wird vom Vater auf die ehelichen Söhne (in Ausnahmen auch auf adoptierte Söhne) vererbt.
Es ist also ein streng geregelter Männerverein. Das Vererben der Fischrechte sorgte im Laufe der Zeit für die sogenannten Fischerstämme, Fischerfamilien mit Tradition. Neun gibt es heute noch. Sie heißen Boss, Brungs, Engels, Grommes, Heinzen, Hennes, Klein, Mertens und Schell. Insgesamt hat die Fischerei-Bruderschaft etwa 400 Mitglieder und kann 2027 ihr 1040-jähriges Bestehen feiern. Frauen haben keine Mitgliedsberechtigung. Bemühungen um eine Mitgliedschaft für Frauen blieben bislang erfolglos.
Zweimal jährlich, gewöhnlich am ersten Samstag nach dem Dreikönigstag (2026 am 10. Januar) und am Samstag nach Johannes Baptist finden Versammlungen der Fischer und Mitglieder - Gedinge genannt - statt.
Zwei besondere Merkmale des Stadtteils können die „Berchemer“ und die Besucher der Siegauen der Fischerei-Bruderschaft verdanken: Zum einen den im Diescholl, einem Sieg-Altarm verankerten Aalschokker Maria Theresia, er „ist der ganze Stolz der Fischereibruderschaft.“
Das Fischerei-Segelschiff wurde 1894 in den Niederlanden zunächst als Frachtschiff gebaut und erst 1941 laut Bruderschaft zum Aalschocker umgewidmet. Er wurde bis in die 50iger Jahre zum Aalfang auf dem Rhein eingesetzt. Dazu wurde der Schokkerbaum mit den Schleppnetzen mit Seilwinden in den Rhein gelassen und das Schiff zwecks Fischfang nachts im Rhein verankert. Ende der 1950er Jahre endete der Aalfang, denn der Rhein durfte auch in der Nacht befahren werden. Die Fischfang-Schokker waren damit im Weg. Der 15 Meter lange Fischfänger wurde 2017 aufwändig restauriert. Davor, im Jahr 2013, drehte der WDR in der Tatortfolge „Wahre Liebe“ eine Szene auf dem Schiff. Der Schauspieler Dietmar Bär als Kölner Kommissar Freddy Schenk „enterte“ den Aalschokker und entdeckte darin eine Liebeslaube. Ausgerechnet auf dem Schiff des „Männervereins“. Im Krimi drohte sogar das Abfackeln des Schiffs. Blieb aber aus. Was sich Fernsehleute so alles ausdenken. Der Aalschokker kann übrigens auf Wunsch per Boot angefahren und besichtigt werden.
Das zweite Merkmal: Samstags und Sonntags (und nach Vereinbarung) bietet sich im 2010 eröffneten, neuen Fischereimuseum an, in die Welt der Fischerei im Laufe der Jahrhunderte einzutauchen. Und vom Balkon aus mit Blick auf den Aalschokker zu erahnen, was Fischerei früher bedeutete. Ein virtueller Rundgang erlaubt vorab Einblicke (siehe Fakten und Tipps). Über vier Etagen erhält man in den modernen Räumen interessante Informationen über das Leben der Bruderschaft, die Fischerei und (in Aquarien) über die Fische in Sieg und Rhein. Das Museum (Eintritt 2,50 Euro) wird vom einem Förderverein (Motto: Museen brauchen Freunde) verwaltet und betreut. Weil dort nicht die strengen Regeln der Bruderschaft gelten, »dürfen« da auch Frauen Mitglied werden und mitreden. Wie etwa die Museumsleiterin Prof. Petra Dahlmann und
Frau Lerch. Wer beim Museumsbesuch Zeit hat, kann sich an der Rezeption von Soraya Plesse fachkundige Details zum Museum und der Bruderschaft erläutern lassen.
2014 wird die traditionelle Flussfischerei an der Sieg in den Rhein« als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Infos zum Aalschokker, zum Museum, zu Öffnungszeiten und weiteren Programmpunkten (Vogelwanderung im März, Fischerfest im September, Mietmöglichkeiten für Feiern) findet man unter https://fischereibruderschaft.de/
Wer genug gesehen hat, kann sich nebenan im „Bootshaus“ - auch mit herrlichem Blick auf die Siegarme und die unübersehbare und -hörbare Vogelwelt - bis 15 Uhr bei Ute Schmitt mit Schnitzel & Co und danach bis 19 Uhr mit Kaffee, Kuchen und mehr kräftigen.
Museum und Bootshaus sind nach »gefühlten zwei Jahren« Baustelle an der Brücke über die L269 übrigens wieder von Bergheim anzufahren. Sehr zur Freude der gestressten Anwohner und der Besucher des Museums.
1. August 1969 Aus Bergheim wird Troisdorf-Bergheim. Durch die kommunale Neuordnung wurde der eigenständige Ort in die neue Stadt Troisdorf eingemeindet. Seitdem erlebt Bergheim eine rasante Weiterentwicklung. Die spiegelt sich vor allem in der Bebauung und der wachsenden Einwohnerzahl wider. 1969 lebten 2751 Bürger in Bergheim, aktuell liegt die Zahl bei 5614 Einwohnern.
Neben der älteren Fischerei-Bruderschaft weisen schriftliche Erwähnungen in Urkunden der Abtei Siegburg darauf hin, dass Bergheim um 1070 herum gegründet wurde.
Einige wichtige Ereignisse aus der langen Geschichte von Bergheim: Turmhof,. Hammerhof, Drachenfelser Hof und der Junkershof sind geschichtsträchtige Hofgründungen. 1248 wurde die erste Lambertuskirche erbaut. 1872 ersetzte sie ein Neubau. Die höhere Lage von Bergheim an der Siegmündung war von großer militär-strategischer Bedeutung. Im Jahre 1619 etwa bauten Holländer die vorgelagerten Inseln zu Festungsanlagen aus. Diese Bauanlage, einem Barett eines Priesters ähnlich und deshalb „Pfaffenmütz“ genannt, bestand jedoch nur wenige Jahre
1808 kamen Bergheim und Müllekoven zur Bürgermeisterei Sieglar. 30 Jahre später erhielt Bergheim sogar einen eigenen Gemeinderat. Die Eingliederung in die Gemeinde Sieglar am 1. April 1927 beendete die 82-jährige Geschichte.1914 erfolgte die Anbindung an die neu gebaute Kleinbahn Siegburg-Sieglar-Zündorf mit eigenem Bahnhof an der Raiffeisenstraße. Auch heute noch rollen Güterzüge bis nach Lülsdorf.
Vom Zweiten Weltkrieg blieb auch Bergheim auf Grund der Luftangriffe nicht verschont. Aber davon erholte sich der Ort schnell und wurde wieder das Bauern- und Fischerdorf mit den Siegauen als beliebtes Erholungsgebiet.
Bewohner und Besucher denken bei Siegmündung und Bergheim fast zwangsweise an das populäre Restaurant »Zur Siegfähre«. Das vor allem bei gutem Wetter beliebte Lokal bietet neben reichhaltiger, bürgerlicher Küche und vielen Schattenplätzen gratis einen schönen Blick auf die ebenfalls berühmte Fähre an der Sieg. Sie ist eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Einmann Gierfähren Deutschlands, hängt also an einem Drahtseil und wird in Gier-(Schräg-)stellung nur durch die Strömung über die Sieg getrieben. Den jahrelang tätigen Fährmann Gabriel kennen viele, es war mal Kellner im Lokal »Siegfähre«
Seit August 2005 kommt eine moderne Fähre mit dem Namen St. Adelheid zum Einsatz, deren Rumpf aus doppelwandigem Aluminium besteht. Sie kann bis zu 20 Personen befördern. Die Fähre wurde in der benachbarten Lux-Werft in Mondorf auf Kiel gelegt.
Die Stadt Troisdorf sowie Sponsoren finanzierten die Fähre. Fährmann Gabriel steht ab 9.30 (sonntags ab 9.00 Uhr) bis 20.00 Uhr für die Überfahrten bereit
Zurück zum Lokal »Siegfähre«. Seit April 2024 firmiert Felix Heyne als neuer Pächter des Ausflugslokals in Bergheim. Von Mitte Oktober bis etwa Anfang April ist das Lokal wegen der Hochwasser-Gefahr geschlossen. 2026 feiert die »Siegfähre« ihr 100jähriges Bestehen. Heyne übernahm das Lokal von Alexander Adscheid und Ehefrau Petra. Die beiden führten bis 2023 über 30 Jahre lang das Ausflugslokal. Doch statt Ruhestand agieren sie aktuell als Pächter und Wirtsleute im Lokal »Hof Wissem«, dem Restaurant an der Burg Wissem.
Wo wir schon bei der Gastronomie sind: Im Zentrum von Bergheim gibt es gleich drei Möglichkeiten, preiswert zu essen und gemütlich zu sitzen. Zum einen gibt es das traditionsreiche Gasthaus Weiss, es bietet heute eine Speisekarte mit kroatischen Spezialitäten und internationalen Gerichten.Inhaber Sasa Kucedlij verspricht: «Es erwartet Sie eine gemütliche Atmosphäre mit Außenbereich, ideal für festliche Anlässe«. Wenn man - wie ich -mit dem Ortsvorsteher Guido Menzenbach dort gastiert, fällt auf, dass der »Gott und alle Welt« kennt. Und dass ihn fast alle der zahlreichen Gäste begrüßen. Man kennt und schätzt sich. In der Nachbarschaft findet man das Lokal »Alt-Bergheim«. In der Gaststätte wird viel gefeiert und gibt es Kleinigkeiten zu essen. Im Mythos-Grill - im früheren Wirtshaus Bauer - gibt es griechische Grillkost. Und am Elly-Heuss-Platz findet man das chinesische Lokal Hongyun. In Ortsmitte hat die stadtbekannte Bäckerei Bröhl im Juli 2024 eine Filiale eröffnet. Da kann man auch gemütlich Kaffee trinken.
Nach soviel Weltlichem darf die benachbarte, stattliche Kirche Sankt Lambertus nicht zu kurz kommen. Die um das Jahr 1300 gebaute Vorgängerkirche wurde zu klein und zunehmend baufällig. Sie wurde ab 1869 durch einen neugotischen Neubau in der heutigen Form ersetzt. Bei der Lambertuskirmes 1872 wurde sie eingeweiht.
Erhebliche Kriegsschäden an den Fenstern, den Gewölben und dem Kirchturm sorgten beim Wiederaufbau für Änderungen an der Einrichtung. Die Kirche wurde von 1976 bis 1981 und gerade erst im Innenraum umfassend restauriert. Sie bietet eine der größten. Weihnachtskrippen in der Region und zeichnet sich durch eine besonders gute.Akustik aus, die bei Konzerten.voll zur Geltung kommt. Ortsvorsteher Guido Menzenbach, der seit 2019 das Amt bekleidet, schätzt den Zusammenhalt der Bergheimer. Das macht sich vor allem im Vereinsleben bemerkbar. Der Ortsvorsteher findet gut, dass viele Mitglieder gleichzeitig in mehreren Vereinen aktiv sind. »Das fördert das Miteinander. Und man kennt und hilft sich.«
Populäre Vereine in Bergheim:
O Freiwillige Feuerwehr-Löschgruppe Bergheim Telefon: (0228) 45 47 33. Die Feuerwehr wurde um 1910 herum gegründet. Internet: www.bergheim.feuerwehr-troisdorf.de
O Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß 1966 e.V.Bergheim, Telefon: (0228) 45 52 99 Internet: www.berchem-alaaf.de, 1966 gegründet, feiern 60jähriges Jubiläum.
O Gardetanz, KG Grün-Weiß 1966 e.V. Bergheim 02241 40 50 14, www.hoeppebeenche.de, Monique Boss
O Kath. Frauengemeinschaft Bergheim/Müllekoven
Telefon: (0228) 45 03 39
E-Mail: kfd-bergheim@kath-siegmuendung.org
O Männerchor „Concordia“ 1867 Bergheim Telefon: (0228) 45 18 47 E-Mail: horst.kellerhohn@gmx.net, besteht seit 159 Jahren
O Junggesellenverein „Einigkeit“ Bergheim/Sieg 1869; Internet: www.jgv-bergheim.de; Vereinsleben seit 157 Jahren, richten auch die Kirmes aus.
O Ortsring Bergheim e.V.
Mobil: (0171) 74 74 96 3 Internet: www.ortsring-bergheim.de
O Turnverein 1909 e.V. Bergheim/Sieg, Telefon: (0228) 45 10 18, Internet: www.turnverein-bergheim.de; Leibesübungen seit 117 Jahren
O Kanu-Klub Pirat e.V. Bergheim; Mobil: (0160) 93 26 74 23, E-Mail: kanurennsportwart@piratbergheim.de; feiert 2026 sein 100jähriges Bestehen
O Förderverein Fischereimuseum (0228) 94589017
https://fischereimuseum-bergheim.de/foerderverein/
O Sportverein Bergheim 1937 e.V. Internet: www.sv-bergheim.de
(Fussball, Tennis, Padel etc.); seit 89 Jahren am Ball.
Über die Fussballer schrieb André Rader im Herbst 2025 im Rundblick: »Nach einer starken Kreisliga-A-Saison blickt der SV Bergheim zufrieden zurück und voller Vorfreude nach vorn. Sportlicher Ehrgeiz, Teamgeist und die enge Bindung zum Verein prägen den Weg – auch in der kommenden Spielzeit. Auch in der aktuellen Spielzeit steht beim SV Bergheim Nachhaltigkeit weiterhin im Mittelpunkt. Es gilt, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen: eine ruhige Saison spielen, sich in den oberen Tabellenregionen etablieren und junge Spieler langfristig an den Verein binden. Es werden daher intensive und anspruchsvolle Spiele, in denen in immer volle Konzentration, Einsatz und Teamgeist gefragt sein werden« Es sieht derzeit gut aus: Die erste Mannschaft steht in der Kreisliga A derzeit auf Platz 2. »Die Bergheimer zogen den Müllekovenern (in der Kreisliga A mit 5:0) das Fell über die Ohren,« steht seit 22.2.26 auf der DFB-Homepage.
Der SV Bergheim - der seit längerem vom Vorsitzenden Boris Berger geführt wird - kann nach dem Umzug vom hochwassergefährdeten Platz in den Siegauen seit 1973 Fussballsport Am Krausacker - wie überall in Troisdorf - auf einem Kunstrasenplatz ausüben. Die Tennisabteilung des Sportvereins hat daneben vier Plätze zur Verfügung.
Auch das moderne Padel-Tennis ist möglich.
In der Nähe der Sportstätten liegt der Schwerpunkt von Neu-Bergheim. Am Krausacker, Helene-Weber-Strasse, Anne Frank-Strasse: Hier wurde um das Jahr 2000 herum viel Bauland für Neubauten freigeben. In unterschiedlichen Baustilen entstanden Ein- und Mehrfamilienhäuser. Oft erreichbar nur über Einwohnerstraßen und Sackgassen. Was für wenig Verkehrslärm sorgt. Aber auch für intensive Navi-Nutzung bei Besuchern und Paketzustellern.
Die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen ist durch die Bonn-Nähe groß. Und treibt die Preise in beachtliche Höhen. Häuser unter 400.000 Euro sind kaum zu finden. Und seltene Grundstücke liegen schon bei 600 Euro pro qm. Häuser in Alt-Bergheim werden, so hört man, eher vererbt als verkauft.
Service bei Post, Banken und Medizin sind in manchen Stadtteilen ein Problem.
In Bergheim hat die Postfiliale montags bis freitags von 14:30 -17:30 und am Samstag von 10:00 -13:00 Uhr (wohl nicht immer) geöffnet. Ein DHL-Paket-Depot steht bei REWE- am Kalkofen. VR-Bank und Sparkasse teilen sich im Zentrum einen Geldautomaten, teilweise mit Kontoauszügen. Medizinisch werden die Bergheimer von den Ärzten Dr Engels & Kollegen, Dr. Anke Rabenhorst , Privatpraxis Dr. Sharema Börger, Dr. Karl-Heinz Schley, Dr. Honer-Kastenholz,Praxis für Funktionelle Medizin Patrick Melde und Dr. Saupe betreut. Im nahen Mondorf kann man sich auch behandeln lassen. Etwa von Dr. Kleinow und Kollegen an der Provinzialstraße. Thema Apotheke: In Bergheim sorgt die Löwen-Apotheke für die Versorgung mit Medizin.
Lebensmittel gibt es bei REWE. In der Nachbarschaft bietet Patrick Rudolf mit vier Angestellten seit 2004 im Findus Bioladen Nahrhaftes und Anderes in Bio-Qualität an.
Nicht nur im Gewerbegebiet (Beispiel MK Technology group), auch im alten und neuen Bergheim findet man Handwerks- und Kleinbetriebe. Über 40 Betriebe (Hersteller und Handwerker) sowie Dienstleister findet man insgesamt in Bergheim. Einer davon ist Garten- und Landschaftsbau Knipp in der Bruderschaftsgasse. 1992 als Einmann-Betrieb gegründet, sorgen heute rund 10 Mitarbeiter für Terrassen- und Wegebau, Pflaster- und Natursteinarbeiten, Pool- und Teichbau, Zaunbau und Gartenpflege mit Schwerpunkt Privatkunden. Bedachungen Walterscheidt -am Rande von Alt-Bergheim - steigt seit 130 Jahren und nunmehr mit dem Sohn Nik als Meister in der fünften Generation den Menschen aufs Dach. Für Arbeiten mit Holz bietet sich seit 1902 die Schreinerei Mondorf im Buchenweg an. Die Auto-Branche ist an der Glockenstraße/Amperestraße gut vertreten.
Das Thema Mehrzweckhalle ist in Bergheim lange erledigt. Denn nahe der Glockenstraße steht die über 400 qm große Siegauen-Halle mit Bühne, Foyer und Küche, die mit für reges Sport und Vereinsleben sorgt.
Die AWO hat in Bergheim keine Anlaufstelle. Dafür gibt es mit der “Wohngemeinschaft Strohhälmchen“ eine Adresse, in der Menschen mit Handicap zusammen leben und betreut werden. Zentraler Gedanke ist es, so die Inhaberin von »Strohhälmchen« , Karla Schopp-Menzenbach , den Menschen mit Behinderungen ein Umfeld zu bieten, das die Bereiche Wohnen, Arbeit und Freizeit zu einem Ganzen verknüpft und dabei die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen berücksichtigt. Dazu gehört natürlich auch, dass Menschen mit Behinderung einer Arbeit nachgehen können, die sie und ihr Leben ausfüllt.«
Bergheim wird durch seine Lage von Außenstehenden unterschätzt. Richtung Bonn rollt man an Müllekoven vorbei direkt auf die L 269. Im Februar 1976 übrigens wurde die Landstraße 269 und die Brücke über die Sieg bei Bergheim für den Verkehr freigegeben und damit eine direkte Verbindung nach Bonn geschaffen. Richtung Mondorf lässt man auf der Rheinstraße Bergheim links liegen. Mitten durch den Ort fährt man höchst selten. Das kann den »Berchemern« allerdings recht sein, denn so bleibt man vom Durchgangsverkehr verschont. Und das ist für das Zentrum und die Lambertuskirche eine Wohltat.
Mein Eindruck über den Stadtteil Bergheim: Am Rosenmontag hörte ich von den Bläck Fööss spätabends im TV das schöne Lied »In unserem Veedel« Beim Zuhören kam mir nach einigen Besuchen im »Fischerdorf« in den Sinn, dass der Song perfekt auf Bergheim passt. »Dat schönste wat m'r hann, schon all die lange Johr ,is unser Veedel. Denn he hällt m'r zesamme, ejaal wat och passet.«
Text: Werner Müller
Mein Dank für viele Infos und gute Tipps geht an den Ortsvorsteher Guido Menzenbach und an Waltraud Boss vom Förderverein des Fischerei-Museums und dem Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf.
Dokumentation und Fotos: Diverse Vereins-Archive und Chroniken, André Rader, VA.MM-Agentur, Archiv der Stadt Troisdorf. Infos aus dem Buch » Die Fischereibruderschaft zu Bergheim an der Sieg. Tradition im Wandel«, verfasst von der Leiterin des Fischereimuseums, Dr. Petra Dahlmann. Es ist aktuell überall in Bergheim für 20 Euro erhältlich.
Statement
"Das Leben in Bergheim ist durch ein sehr gutes Miteinander geprägt. Hierzu leisten die Vereine einen wertvollen Beitrag. Zwei Vereine feiern aktuell runde Geburtstage: Der Kanuklub Pirat wird stolze 100! Und die Jecken von Grün-Weiß sind schon seit 60 Jahren für Jung und Alt da! Zu diesen Jubiläen gratuliere ich im Namen von ganz Bergheim sehr herzlich. Ich bin stolz auf unser Bergheim! Hier funktioniert die Nachbarschaft, hier hilft man sich. Besonders danken möchte ich der Fischereibruderschaft, die sich aktuell mit mir dafür einsetzt, dass der kleine Überweg an der Obersten Fahr wieder aufgebaut werden darf. Die Oberste Fahr bietet seit Jahrzehnten in unserer Heimat ein wichtiges Stück Lebensqualität. Die Menschen aus Bergheim und Umgebung müssen diese wunderbare Natur auch betreten und genießen dürfen! Danke allen, die uns bei unserem Einsatz unterstützen. Denn Bergheim muss Bergheim bleiben: mit unserer wunderbaren Natur, die wir schützen, aber auch erleben möchten!"
Guido Menzenbach, Ortsvorsteher Troisdorf-Bergheim
Statement
„Bergheim steht für Troisdorfs enge Verbindung zur Sieg. Das Fischereimuseum, die Fischereibruderschaft, die Fähre und die Siegauen machen den Stadtteil einzigartig. Gleichzeitig ist Bergheim ein Ort, an dem Tradition und Naherholung selbstverständlich zusammengehören.“
Alexander Biber, Bürgermeister Stadt Troisdorf
Statement
»Bergheim, heute ein bescheidener Teil der Industriestadt Troisdorf, war in Vergangenheit ein blühendes Bauerndorf, ein volkreicher Pfarrort, ein bedeutender Gerichtssitz im Herzogtum Berg, zugleich auch Mittelpunkt einer bekannten, beachtenswerteren Fischerei im Mündungsbereich der Sieg«.
Heinrich Brodesser, Lehrer-Legende und Verfasser zahlreicher Publikationen.
In seinem unschätzbaren Buch »Die Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim an der Sieg« analysierte er 1987 die 1000jährige Geschichte der Bruderschaft. Er wurde 93 Jahre alt.
Statement
„Wenn ich auf dem Balkon des Fischerei-Museums stehe und in die Siegaue und auf den Aalschokker schaue, dann wird mir bewusst, wie meine Vorfahren schon vor über 1000 Jahren hier gefischt und gelebt haben. “
Waltraud Boss, Schatzmeisterin Förderverein Fischerei-Museum Bergheim und im Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf .
Statement
»Trude Herr war die kölsche Komikerin vom Dienst. Mit Herz und Schnauze wurde sie zur Kultfigur des Kölner Karnevals. Sie war das Unikum in der Kölner Theaterszene der 1950er, bevor der deutsche Lustspielfilm der 60er Jahre sie zum Star machte.«
Peter Reiss, Redaktionsleiter der »Bergheimer Chronik«, im Herbst 2025 über die Namensgeberin des Trude Herr-Wegs in Bergheim. Beschrieben in der vom Ortsring Bergheim heraus gegebenen Publikation.
Fakten und Tipps für Bergheimer
Größe/Fläche : 4,2 qkm
Einwohnerzahl (1.1.2026) 5614
Männlich 2758, weiblich 2856
Stadt Troisdorf 02241-900-0
Ortsvorsteher: Guido Menzenbach,
guido.menzenbach@web-de
Tel. 0175-8454498
Feuerwehr LG Bergheim 0228-454733
fischereimuseum-bergheim.de/virtuelle-tour
(Virtueller Rundgang)
Handwerker-Hilfe:
Bedachungen Walterscheidt
Sliwa & Bau GmbH, Sanitär
Gartenbau Knipp
Schreinerei Mondorf
Auto: Karosserie und Lack Bauer
Busverbindung:
Linie 501 der RSVG Troisdorf/Lülsdorf
Linien 551/552
SWB Bonn
Müllabfuhr
RSAG, Abfallkalender online
Abfuhr Bergheim: Montag