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Neu: Stadtteil-Report von Troisdorf
Teil 1 Altenrath
Die glorreichen Zwölf

Troisdorf als größte Stadt im Rhein-Sieg-Kreis besteht aus insgesamt 12 Ortsteilen.
Rautenberg Media als Verlag und der Rundblick Troisdorf stellen 2026 jeden Ortsteil separat vor.
Der Autor Werner Müller schlägt beim Text einen Bogen aus der Entstehungs-Geschichte der früher meist
selbstständigen Orte über die Gegenwart bis hin zu aktuellen Daten und Fakten des jeweiligen Stadtteils.
Die Sonderteil sind von Januar 2026 an jeden Monat im Rundblick Troisdorf veröffentlicht worden.
Für Leserinnen und Leser, die sich für den jeweiligen Ortsteil oder für alle interessieren, folgen hier Text und
eine größere Anzahl von Fotos.
Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen der Rundblick Troisdorf und Autor Werner Müller



Rundblick Troisdorf Stadtteile Troisdorf
Story 1 Altenrath Stadt Troisdorf

Vor 81 Jahren auferstanden aus Ruinen: Auf den Spuren der Altenrather Sandhasen
Ausgesiedelt 1938, neu besiedelt ab 1945, 1969 integriert in die Stadt Troisdorf, 1977 Privatisierung und möglicher Häuser- und Grundstückskauf: Das über 700 Jahre alte Heidedorf ist nicht klein zu kriegen. Eine sehr persönliche Sicht von Werner Müller auf Altenrath, den Troisdorfer Stadtteil in der Wahner Heide.

„Bleimöps“, „Krohe“, „Lehmträtscher“ – Bewohner einiger Troisdorfer Ortsteile haben erstaunliche Spitznamen. Die „Sandhasen“ gibt es sogar gleich zweimal. Mit den Altenrather Sandhasen starten wir die Rundgänge durch die 12 Stadtteile.
Die Wiederbesiedelung „Von der Sülz im Tal, wo die Wiese grünt, bis zur Agger, die gegn Süden zielt, von des Waldes Grün dort im dunklen Hain, bis zur Heid im fernen Sonnenschein. Liegt mein schönes Land, 's ist mein Heimatland, ist mein liebes Altenrath im Sand“. Die landschaftliche Vielfalt des flächenmäßig drittgrößten Stadtteils von Troisdorf wird im Altenrath-Lied wunderschön beschrieben. Übrigens: Schon im Jahr 1311 ist in den Geschichtsbüchern von „Aldinrode upper Heide“ die Rede.
Doch durch die Wirren des zweiten Weltkriegs und danach wäre es bald vorbei gewesen mit dem Wohnen am schönen Rand der Wahner Heide. Denn Altenrath musste 1938 wegen der erneuten Nutzung als Truppenübungsplatz komplett von allen Anwohnern verlassen werden.
„Doch Mitte 1945 war der Lärm der Kanonen und Maschinengewehre verstummt. Nach langen Jahren waren die Stimmen der Natur, der Tier- und Vogelwelt (in Altenrath) wieder deutlicher vernehmbar“ schreibt Bernhard Walterscheid-Müller* in seinem Buch „Altenrath mit seinen Schulen“.
Durch das Engagement mutiger Männer und dank der Freigabe durch die amerikanische Militär-Kommandatur konnte am 9. Mai 1945 die Wiederbesiedelung von Altenrath beginnen. Familien aus den Nachbarorten, einige 1938 ausgesiedelte Anwohner, vom Krieg geschädigte Stadtbewohner und dem Osten Deutschlands wurden Bewohner der beschädigten, von Soldaten fehlgenutzten oder von Klaumanen aus den umliegenden Dörfern geplünderten Häuser. Meine Familie, Vater, Mutter und drei Brüder, zogen 1946 aus Lohmar in den Schengbüchel in Altenrath. Und dort wurde ich geboren.

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Schule und Turnhalle Ohne Wissen und Schule geht nichts. Deshalb sorgten engagierte Menschen wie die Lehrerin Christine Grell und  der Lehrer und spätere Schulleiter Josef Schumacher  ab 1946 für den Schulbetrieb. 1951 wurde neben dem alten Schulgebäude von 1880 eine neue, zweiklassige Schule errichtet.  Links war die Klasse für die I-Dötzchen, rechts für das spätere 7. und 8. Schuljahr, das Josef Schumacher unterrichtete. Und es gab einen Raum, in dem Milch (gelbe Karte) und Kakao (grüne Karte) für die Pause in einem Wasserbad erwärmt wurden. Ich erinnere mich an die Lehrpersonen  Frau Grell, Frau Röttgen, Herr Arlt, Herr Ebbing, Herr Mahro und zum Schluß an den umtriebigen Josef Schumacher. Er war in Vereinen präsent, im Männer Gesang Verein MGV Altenrath als Chorleiter tätig. Johann Müller, „Müllers Scheng“, hat die Aktivitäten des MGV mit seiner schönen Handschrift jährlich verewigt. Und beide haben – zusammen mit Paul Kox, dem Hausmeister der Schule –  nach dem Gesangsabend beim Kranz Skat gespielt. Und  beim Maiansingen auf dem Schulhof lauschten später viele den vielbejubelten Sologesängen  des MGV-Mitglieds Dieter Müller.

Unter der Regie von „Sepp“ Schuhmacher entstand Ende in Ende der 50iger Jahre die heute nach ihm benannte Josef Schumacher-Halle. Sie wurde als Turnhalle geplant und genutzt, später auch zum Eventtempel der KG Altenrather Sandhasen erkoren.  Mit Josef Schumacher haben wir damals die Turnhalle  mit enormer Eigenleistung ausgestattet, Fenster eingesetzt, den Parkett-Schwingboden verlegt. Und haben durch die Eigenleistung soviel Geld der Fördermittel eingespart, dass davon der Sportplatz des TuS Altenrath neu gestaltet und mit neuer Oberfläche versehen wurde. Ebenfalls wieder in Eigenleistung und mit Lehrern und Schülern. Denn seinerzeit wurden auf dem Platz inklusive Laufbahn und  Sprunggrube auch Bundes-Jugendspiele ausgetragen. An die Laufdisziplinen erinnere ich mich heute noch. Auf dem Schulhof stand  das auch heute  noch existierende, erste Spritzenhäuschen. Seine Funktion wurde erst 1967 durch ein neues Gebäude am Rübkamp ersetzt.


Geschäfte und Handwerker
Für die Neusiedler kamen in Altenrath erst ab Herbst 1946 nach und nach Geschäfte in Gang. Immerhin gab mit den Beckers (Kirchstraße), Boymann (Lohmarer Straße) und  Schmitz im Kirchsiefen gleich drei Lebensmittelhändler. Das Geschäft und das Haus von Boymanns an der Lohmarer Straße (heute Rambusch)  haben 1949 meine Eltern Aenne und Johann Müller getauscht und übernommen.

Was heute lieferando oder Rewe ins Haus bringen, dafür sorgten damals noch der fahrende Milchhändler Heinz Winkler in der Schickergasse. Er verkaufte auch Milch und Kakao in der Schule. Und Familie Reichelt fuhr mit dem Obst- und Gemüsewagen umher und verkaufte auf der Kirmes Wundertüten.
Brot wurde  vom Krämers Jupp und Seiperts, später Bäckerei Schmitz gebacken.  Der „Vosse Jupp“ verteilte viele Jahre frisches Brot, Brötchen und Teilchen aus  der Bäckerei von Krämers Jupp mit seinem Lloyd 600 Kombi in Altenrath. Den Loyd habe ich als mein erstes Auto übrigens später für 65 DM erstanden. Und noch Monate später Brotkrümel in den Ritzen gefunden.
Gegenüber der Kirche sorgte viele Jahre die Familie Stöcker für Wurst und Fleisch, in der Grabenstraße machte das Willi Radermacher. Der wurde später mit seiner Frau Amalie und den Söhnen Carlo und Willi Bratwurstverkäufer auf der Kirmes, auch auf dem Pützchens Markt.  Getränke verkaufte Lützenkirchen, später Heinz Becker und Rudi Schmidt in der Waldsiedlung. Für Heizmaterial sorgte die  Kohlenhandlung Mattheis in der Witzenbach.
In der Nachbarschaft schneiderte zunächst Herr Lorber, später Christine Lorber Stoffsachen zurecht. Schuhe reparierten Peter Dammig im Kirchsiefen und viele Jahre Robert Hanhardt in seiner Werkstatt in der Höckergasse. Schuhe verkauften Radermachers und Koschels.  Andenken für die Belgier gab es bei Herrn Kramer, später übernahm Annette Fies den Laden und bot auch Schreib- und Spielwaren an. Haare schneiden und Neuigkeiten über Altenrath bekam man beides beim Friseur Philipp Clemens. In der Höckergasse konnte man bei Richelmanns Gartenplanzen kaufen. Für die umfangreich nötigen Schreinerarbeiten waren Pillers am Rambusch und die Schreinerei Nüchel auf dem Dahl zuständig. Neue Kleidungsstücke und Textilen wurde von Palms und  Lennartz feil geboten. Bei Lennartz gabe es für die Altenrather und die vielen Pendler später auch eine Tankstelle. Sein Fahrrad konnte man beim Meister Willmes (Kennzeichen: Grauer Kittel) reparieren lassen.
Die Gaststätten und der Saal Damals für alle und das Vereinsleben wichtig: Es gab mit dem Jägerhof (vormals Schwamborn),  Heidekranz (Heinrich und Emmi Kranz, später Tochter Ilsgrid sowie Adolf und Anette Fies) Böckler (später Ludwig und Schreiber) und dem Altenrather Hof (Familie Kranz, später Heideklause unter August Voss und Klaus Alefelder) gleich vier Gaststätten. Zudem wurde der Saal Contzen durch Josef Schumacher und andere zu neuem Leben erweckt. Und später vom „Om Hein“, von Heinrich Kranz, gemietet und bewirtet.
Im großen Saal fanden auch die ab 1949 abgehaltenen Kindersitzungen zu Karneval und Theateraufführungen unter Leitung von Josef Schumacher statt.  Schneeweißchen und Rosenrot sowie Kaisers neue Kleider wurden gespielt. Als Darsteller haben wir wochenlang mit Lehrer Schumacher Text und Rollen geübt.
Ärzte/Medizin Für Arzneien und  Drogerie-Artikel sorgte damals Rudolf Starke auf der Lohmarer Straße.  Als  Arzt wird  Dr. Kresse überliefert. Ich erinnere mich mehr an  Dr. Roderich Leineweber, der aus Lohmar kommend in Altenrath  von 1951 bis 1983 Hausbesuche machte. Und an Dr. Römer und Dr. Linke, ebenfalls  aus Lohmar. Fachkundig half Krankenschwester Frau Richelmann jahrelang vielen Menschen im Ort.
Altenrath als „Halbinsel“ Besuche in und von Altenrath aus – etwa nach Lohmar – waren einige Jahre eine beschwerliche Reise.  „Altenrath war wie eine Halbinsel“ steht in Chroniken zu lesen. Denn Anfang April 1945 wurden noch die intakten Agger- und Sülzbrücken Richtung Altenrath von den Deutschen gesprengt.
Die ersten, danach schnell errichteten Holzbrücken wurden vom Hochwasser weg gespült. Die Altenrather mussten über den Holinder-Berg hinunter eine gefährliche Überquerung der Autobahn riskieren und dann über Pützrath und Donrath nach Lohmar laufen. Als Nothilfe schipperte Willi Weppler in Lohmar auf einer selbstgebauten und an einem Drahtseil gezogenen Holzfähre Passanten von und nach Altenrath. Was auch schon mal – erlebt von meinem Bruder Dieter - mit einem unfreiwilligen Bad in der Agger endete.
Später machte es eine massive Holzbrücke möglich, dass Fußgänger, Radfahrer und (geschobene) Motorräder schneller nach Altenrath und retour kamen.
Erst 1960 wurde die neue Stahlbeton-Brücke fertig, über die dann auch wieder Autos ohne Umwege von und nach Altenrath oder über den Eisenweg Richtung Troisdorf rolllten.
Woher die Infos stammen? Nun, vieles davon habe ich selber erlebt.
Etwa das Lebensmittelgeschäft meiner Eltern, dass 1950 durch einen Kaminbrand zerstört wurde. Und in einer beispiellosen Solidarität der Altenrather im Stallanbau eine provisorischer Laden eingerichtet wurde und so zum Weihnachtsfest wieder Lebensmittel verkauft werden konnten. Das teilweise abgebrannte Haus wurde neu aufgebaut und so damals zum neuesten Gebäude in Altenrath. Dort wurden von der Familie Müller bis 1966 Lebensmittel angeboten.
Oder den Neubau der Brücke in Lohmar: Denn dazu wurde auch die Schlaglochstrecke nach Altenrath erneuert. Was auch die Mitarbeiter bei Walterscheid in Lohmar freute. Viele wohnten in Altenrath. Einige waren auch   Übriggebliebene der belgischen Besatzungstruppen. Einer davon war mein Freund Gerard aus der Waldsiedlung, mit dem ich als Beifahrer in seinem Ford Taunus gerne mit zu Walterscheid rollte. Denn da habe ich  meine Lehre als Maschinenschlosser absolviert. War ja schließlich mein Onkel Bernard*, bei dem ich da lerne durfte.
Altenrath heute: Wenig Geschäfte, viele Handwerker Zurück nach Altenrath: Heute, mit rund 2300 Einwohnern, hat Altenrath leider nur noch wenige Geschäfte: Motorräder und Zubehör (Motcom), eine Honig-Manufaktur - die Imkerei Rosenau. Aber keinen Bäcker, Metzger oder Friseur. Auch Arzt oder Apotheker kann man keinen fragen. Ein Schlecker-Markt fiel vor Jahren der Insolvenz des Unternehmens zum Opfer.
Aber heute gibt es erstaunlich viele Handwerker, die schon traditionell in Altenrath ansässig sind wie das  Bauunternehmen Hochbau Thöne, die Schreinerei Nüchel,   Bedachungen Werner Gärtner (Prejo  Brasnic) und Kanalbau Fies.  Oder die sich neu angesiedelt haben. Beispiel: Jordan Dachtechnik mit Tina Jordan neben der Schreinerei Nüchel auf dem Dahl, Roweda Wärmetechnk, Klosters Heizung/Sanitär, Malerbetrieb Marco Stückler, Marcus Alefelder mit Heizung und Sanitär, Farbspiel Frank Hamann, das it-Center Engels (Computerhilfe) und dre-immobilien. Mit Car-Service-Arndt gibt es am Rambusch sogar eine Auto-Reparatur-Werkstatt.
Warum sich von den Lebensmittelriesen oder auch Marktkauf keiner nach Altenrath traut, ist für die derzeit rund 2300 Einwohner eher schade. Aber – so Achim Tüttenberg, seit vielen Jahren Ortsvorsteher von Altenrath: „So ein Markt braucht Platz, Parkplätze, Personal. Platz ist wenig vorhanden. Und für die Konzerne rechnet sich die Größe Altenraths offenbar nicht“. Vielleicht auch, weil größe Märkte (Aldi, Kaufland, Lidl, Edeka) im 2 km entfernten Lohmar zu finden sind und meistens mit dem Auto eingekauft wird.
Der Jägerhof lebt Aber Gott sei Dank hat das Gasthaus Jägerhof bis heute überlebt. Ich erinnere mich noch an den Grabi, an Hannes Grabowski, seine geduldige Frau und die unermüdliche Gehilfin Gertrud, an Fussballspiele im ersten Fernseher und an den Tischfussball-Kicker im Gastraum. Und  das Hannes spätabends schon mal eine Teller mit frisch gebratenen, sehr leckeren Frikadellen auf die Theke stellte. Gemein war das. Und Durst fördernd.
Nach einigen Pächtern in den letzten Jahren und der schwierigen Coronazeit haben 2023 Hans-Gerd Stefer als Koch und seine aufmerksame und nette Wirtsfrau Sina den Jägerhof übernommen. Der wurde vor einiger Zeit geschmackvoll restauriert, hat einen schönen Biergarten und bietet „Bürgerliche Küche“ zu vernünftigen Preisen. Die Altenrather, die Vereine, aber auch viele Wanderer sorgen für gute Betriebsamkeit.
Stammtisch „Alte Altenrather“ An jedem ersten Donnerstag eines Monats ist der Jägerhof zudem Treffpunkt des Stammtischs „Alte Altenrather“. Der wurde vor zwei Jahren vom umtriebigen Hansi Strobel und von Herbert Gerhards gegründet. Dort wird herrlich über alte und neue Zeiten im Heidedorf diskutiert und erzählt.
Bürgermeister und Ortsvorsteher Die Geschichte Altenraths wurde von den Bürgermeistern massgeblich beeinflußt. Zunächst von Hans Schäfer, dem ersten Neu-Siedler in Altenrath, Josef Clemens und Wilhelm Meis. Von 1956 an bestimmte Erich Gärtner bis zur Eingliederung in die Stadt Troisdorf im Jahr 1969 als allseits beliebter Bürgermeister das Geschick von Altenrath. Er war als  Gemeinderatsmitglied, Bürgermeister, Ortsvorsteher, Mitglied des Troisdorfer Stadtrates, Mitglied des Kreistages und Vizebürgermeister der Stadt Troisdorf immer für Altenrath da. Besonders die Privatisierung lag ihm am Herzen. Sie begann dann ja 1977. Seine Witwe Wilma Gärtner und der damals 20 jährige Achim Tüttenberg sorgten mit dafür, dass Gärtners Ideen im Stadtrat umgesetzt wurden.
Heute sei es mit vielen Neubürgern gelungen, so Achim Tüttenberg , „das es einen engen Zusammenhalt, viel ehrenamtliche Hilfe und ein reges Vereinsleben gibt.“



AWO bis Feuerwehr: Reges Vereinsleben Allen voran die KG Altenrather Sandhasen, die 1947 von Peter Müller gegründet wurde und das über die Stadtgrenzen hinaus  bekannte und mehrfach zum Deutschen Meister gekrönte Tanzchor der Sandhasen. Dann die von Kurt Stremlau und Josef Litterscheid 1954 wiederbelebten Fußballer vom TuS Altenrath, die es mit ihren „Altras“ vor einiger Zeit  mit einem launigen Auftritt sogar schon in die WDR Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fussballs“ schafften. Heute ist der TuS mit drei Fussballmannschaften  (zwei Herren, eine Damen) plus drei Jugendmannschaften gemeldet und aktiv.

Zudem ist  die AWO in Altenrath zusammen mit „Altenrath hilft“, Achim Tüttenberg (seit 1998 Vorsitzender), 15 Leitungs-Mitstreitern und 150 Mitgliedern sehr rührig.  Wilma Gärtner, die damalige Ortsvorsteherin von Altenrath, gründete mit einigen Mitstreitern 1978 den AWO-Ortsverein Altenrath.
Nach  der Coronazeit neu formiert, ist daraus eine besondere Hilfsgemeinschaft geworden, die Veranstaltungen wie ab und zu einen Dorfflohmarkt organisiert, jeden Monat in der AWO-Begegnungsstätte das Reparaturcafé öffnet und auch schon für die Ukraine gesammelt und gespendet hat.
Zum Vereins- und Stadtteilleben  gehört auch die mitgliederstarke Altenrather Feuerwehr, die Löschgruppe Altenrath, mit ihrem Chef Marcus Breuer und einer beachtlichen Jugendgruppe. Alle  können seit 2021 das schicke, unübersehbare neue Feuerwehrhaus am Ortseingang nutzen.

Kirche und Pfarrer
Unübersehbar ist auch die ganz in weiß verputzte und zuletzt von 2009 bis 2011 restaurierte Kirche St.Georg. Sie hat ihren Ursprung schon um im 12. Jahrhundert.  Die Besiedelung ab 1945 begleitete bis zum Jahr 1958 Pfarrer Hermann Richarz. Er war nicht nur Kirchenmann, sondern kannte fast jeden, hatte auch eine politische Meinung und war gerne Gast bei Hochzeiten und Kommunionsfeiern. Ich weiß, wovon ich spreche. Als Messdiener und Ober-Messiener kriegt man vieles mit.  Bei Hochämtern haben wir schon mal mehr Weihrauch in die Schwenker gefüllt. Der Altarraum war dann so vernebelt wie die Fankurven mit Pyro beim Fussball.

Wie alle Pfarrer wohnte Herrmann Richarz im heute noch existierenden, verschieferten Pfarrhaus. Ein neues Pfarrheim an der Flughafenstraße kann auch für Veranstaltungen genutzt werden.
Alte und neue Häuser Das Altenrath von heute besteht neben den teils aufwändig restaurierten, alten Häusern aus dem Bundesvermögen durch den möglichen Grundstückkauf durch die Stadt Troisdorf aus einer Vielzahl  attraktiver, neuer  Einfamilienhäuser. Die kulturelle Vielfalt und Herkunft der Neubürger macht sich auch in den teils auffallenden Baustilen bemerkbar. Um die vielen Bauanfragen positiv zu beantworten, wurden besonders um den Längsbroich und zwischen Höcker- und Schickergasse rund 10 neue Straßen mit neuen Namen vom „Am Wassergraben“ bis „Ziegenbergweg“ und Bauland geschaffen. Eine Straße wurde Erich Gärtner gewidmet.
Tierwelt im Ort Die Natur, die Vogel- und Tierwelt in und um Altenrath wird durch zwei besondere „Wildparks“ deutlich: Zum einen findet man inmitten der wunderschönen und ruhig gelegenen Waldsiedlung  viele von Tieren genutzte Wiesen- und Weidestücke. Und auf dem Dahl, übrigens der höchsten Erhebung in Altenrath, kümmert sich Simone Müller auf ihrem Anwesen und benachbarten Weiden liebevoll um ältere und pflegebedürftige Tiere. Etwas außerhalb, im Sülztal und Autobahnnähe findet man mit Hans-August Josset den letzten Bauern in Altenrath.
Feuerwehr, Kunstrasen und Busverbindung Altenrath profitierte als Stadtteil von Troisdorf auch von deren Prinzipien: Fast  jeder Stadtteil bekommt ein modernes Feuerwehrhaus.  2021 konnte die seit 1928 bestehende Löschgruppe Altenrath in oben beschriebene Gebäude umziehen. Der erste Brandmeister war übrigens Heinrich Stauff, der das Amt von 1947 bis 1963 ausübte. Adolf Fies und weitere Familienmitglieder waren später im Feuerwehrhaus am Rübkamp ehrenamtliche Brandmeister. Wie überall in Troisdorf wurden auch die Sportplätze in Altenrath mit Kunstrasen ausgestattet. Dazu kam ein modernes Sportheim.
Durch die Stadtanbindung wurde auch eine Busverbindung von Altenrath nach Troisdorf aktiviert. Mit der Linie 507 rollen tagsüber halbstündlich, später stündlich Busse über die Panzerstraße Richtung Troisdorf. Die Linie fährt auch nach Lohmar. Die Fahrzeit von Altenrath zum Bahnhof Troisdorf** oder zur Stadtverwaltung dauert rund 15 und 20 Minuten.
Josef Schumacher-Halle Ein Thema ist auch die Turnhalle, die in Josef Schumacher Halle umgetauft wurde. Für eine Sanierung will die Stadt Fördermittel beantragen.
Es wäre sicher eine Geste an den legendären Josef Schumacher, aber auch an Bernd Thöne, der die Turnhalle mit seiner speziellen Leitung der Karnevalssitzungen der KG Altenrather Sandhasen und der von ihm geschaffenen, exklusiven Auszeichnung  „Wieße Kappes am ruude Band“ zum Kochen brachte, aber auch an die vielen Helfer bei Errichtung der Halle. Aber die Halle ist für manche Events zu klein. Und die Vereine wie auch Befürworter aus der Politik hätten lieber eine neue Mehrzweckhalle. Mal sehen, wie das ausgeht.
Wasser und Fritten Dank der Belgier 1951 kamen die belgischen Streitkräfte nach Altenrath. Das hatte gleich mehrere, positive Auswirkungen. Zum einen gab es reichlich Arbeit beim Bau der Kasernen und der heute noch in Teilen im Original erhaltenen Panzerstraße. Dann gab es endlich Wasser für Altenrath. Von Donrath aus wurde eine Leitung bis zum Camp der Belgier gelegt. Und in Altenrath wurden Zapfstellen installiert, wo sich die Anwohner frisches, sauberes Wasser holen konnten. Die Belgier sorgten an den Wochenenden zudem für mehr Umsatz in den Gaststätten, vor allem für die auf der Kirchstraße.
Und es gab auf einmal dank der Belgier merkwürdige Kartoffelstückchen zu essen: Pommes frites. Mit selbstgemachter Mayonaise. Und als Besonderheit mit  Beefsteak.  Zudem sorgten später einige der Soldaten für Unruhe unter den Altenrather Mädels. So sehr, dass einige hier geheiratet wurden.
Erklärung für „Sandhasen“: Es gab früher einen Altenrather Ortsteil Sand. Zudem wurden während der Militärpräsenz in der Wahner Heide die Infanteristen Sandhasen genannt. 1947 tauften der Präsident Peter Müller und die Mitglieder ihren Verein  „Unter uns“ in „KG Altenrather Sandhasen“ um.  Und bis heute heißt der „Schlachtruf“ der Altenrather Sandhasen immer noch „Haas höpp“.
1949 wurde die erste Kindersitzung der „Sandhasen“ abgehalten. Und bis heute gab es davon 70. Die KG beteiligte sich auch an zwei Jubiläumsveranstaltungen des Ortrings. Dies waren die Feiern zum 700-jährigen Bestehen und zu 70 Jahre Wiederbesiedlung. Dazu fand sich  Altenrath am Wochenende vom 9. bis 10. Juli 2011 im  Mittelalter wieder. Zur Jubiläumsfeier wurde  ein mittelalterliches Markttreiben auf dem Sandhasenplatz und den umliegenden Straßen abgehalten.  Die Dorfbevölkerung und die Karnevalisten schmückten das Fest in mittelalterlichen Kostümen. Übrigens: Das können sie in diesem Sommer wieder anziehen, denn Altenrath wird 715 Jahre alt.
Text: Werner Müller; Fotos: Diverse Vereins-Archive, VA.MM-Agentur; LVR KuLaDig;Privat;  Dokumentation und Infos: *Bernhard Walterscheid-Müller (Bruder von Johann Müller), Manfred Krummenast (Heimat Lohmar LHBl_33S15-26_Pape_S70-76.pdf), Ilsgrid und Dieter Müller für Infos und Fotos
**Mehr über die Busfahrt unter
www.wmx-auto.de „Die Anderen auf der Straße“

Anmerkungen zu Altenrath
„An Altenrath gefällt mir, das es einen engen Zusammenhalt, viel ehrenamtliche Hilfe und ein reges Vereinsleben gibt.“
Achim Tüttenberg, SPD, Ortsvorsteher 

„Wenn ich an Altenrath denke, denke ich an Natur mitten in Troisdorf. Die Wahner Heide prägt den Stadtteil genauso wie seine besondere Geschichte. Altenrath zeigt, wie eng Landschaft, Geschichte und Lebensqualität zusammengehören. Und ganz nebenbei gibt es hier den leckersten Honig der Region.“
Alexander Biber, Bürgermeister Stadt Troisdorf

„In meiner Jugendzeit hatte Altenrath bei etwa 900 Einwohnern zwölf Geschäfte, darunter einen Elektrohandel und eine Tankstelle.“ 

Hansi Strobl, sammelt seit seinem sechsten Lebensjahr Erinnerungsstücke aus Altenrath, wo er aufgewachsen ist.

„Unsere Löschgruppe besteht aus hervorragend ausgebildeten und motivierten Kameraden/innen. Wir sind ein fester Bestandteil in unserem Ort und sind 365 Tage im Jahr verfügbar.“
Marcus Engels, Zugführer und Brandoberinspektor der Löschgruppe Altenrath

„Ich bin froh und glücklich, in Altenrath zu leben. Es ist eine tolle Gemeinschaft. Und wenn mal was passiert, weiß das meine Mutter schon, bevor ich zuhause bin.“
Vivien Samuliones, Tochter und Mitarbeiter Familie Jordan

Fakten und Tipps für Altenrather  
Größe/Fläche : 8,8 qkm
Einwohnerzahl ( 1.1.2026) 2196
Männlich 1120, weiblich 1076
Stadt Troisdorf 02241-900-0
Ortsvorsteher: Achim Tüttenberg (SPD)
a.tuettenberg@t-online.de
AWO Altenrath (awo-altenrath.de)
Feuerwehr LG Altenrath 02246-5795
Handwerker-Hilfe:
Jordan Dachtechnik 02246-9044762
Schreinerei Nüchel 01573-5426259
Car-Service Arndt 02246-9499733
Busverbindung
Linie 507 der RSVG Troisdorf/Lohmar
3 Haltestellen, alle 30 min/60 min.
Müllabfuhr RSAG Abfallkalender
Abfuhr Altenrath Dienstag


Fotos, die nicht im Rundblick veröffentlicht wurden.  Klicken=größer



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